Mehr Energie – bei gleicher Speichergröße (Heimspeicher)

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Beitrag von Nitsana Bellehsen, Senior Content Manager für EMEA, SolarEdge Technologies | 08.02.2024

6 Minuten Lesezeit


Wenn deine Kunden Heimspeicher kaufen möchten, ist die wichtigste Frage: Wie hilft ihnen das dabei, Energie zu speichern und genau dann zu nutzen, wenn sie sie brauchen?

Ein Parameter dafür ist die tatsächliche Größe des Speichers. Aber es gibt noch weitere Faktoren, die maßgeblich beeinflussen, wie viel Energie ein Haushalt speichern kann – selbst bei gleicher Speichergröße. Der wichtigste Punkt dabei ist, ob es sich um einen AC- oder DC-gekoppelten Speicher handelt.


Was bedeutet AC- oder DC-gekoppelt?

Energie aus der Sonne wird als Gleichstrom (DC) erzeugt. Unsere Hausinstallation arbeitet jedoch mit Wechselstrom (AC). Damit Solarstrom im Haus genutzt werden kann, wandelt der Wechselrichter den DC-Strom in AC um.

Die Entscheidung für einen AC- oder DC-gekoppelten Speicher beeinflusst, wo der Speicher in der Architektur des PV-Systems sitzt. Geht die Energie direkt von der PV-Anlage in den Speicher – oder muss sie vor der Speicherung erst in AC umgewandelt werden? Das klingt vielleicht nach einer kleinlichen Diskussion – wen interessiert’s, an welcher Stelle die Energie umgewandelt wird? Was macht das für einen Unterschied?

Aber genau diese eine Entscheidung kann einen großen Unterschied machen – nämlich darin, wie viel Energie dein Kunde am Ende im Haushalt tatsächlich zur Verfügung hat.


So vermeidest du den „Triple-Conversion“-Verlust

Bei einem AC-gekoppelten Speicher wird die Energie als DC erzeugt, vom Wechselrichter in AC umgewandelt und im Speicher abgelegt. Wenn diese Energie später im Haus gebraucht wird, muss sie jedoch wieder zurück in DC umgewandelt werden – und anschließend erneut in AC, damit sie im Haushalt genutzt werden kann. Bei jeder Umwandlung geht ein Teil der Energie verloren.

Bei einem DC-gekoppelten Speicher wird die Energie als DC gespeichert – sie geht also direkt von der Erzeugung in den Speicher, ohne vorherige Umwandlung. Und erst wenn die Energie im Haus genutzt werden soll, erfolgt eine einzige Umwandlung in AC. Ganz einfach.


Mit DC-Kopplung zahlst du also nicht den „Triple-Conversion“-Preis: Es kann mehr Energie im Speicher landen (keine Umwandlung – weniger Verluste) und mehr davon kann im Haus genutzt werden (nur eine Umwandlung statt zwei).



DC-gekoppelt: Du profitierst vom Oversizing

Und das ist noch nicht alles.

Mit einem DC-gekoppelten System kann mehr von der erzeugten Energie tatsächlich im Speicher landen – und wird nicht „geclippt“. Oder einfach gesagt: verschenkt.

Wie funktioniert das?

Oversizing bedeutet, dass die PV-Generatorleistung über der Nennleistung des Wechselrichters liegt. Wenn du zum Beispiel einen 5-kW-Wechselrichter installierst, kannst du einen bestimmten Anteil zusätzlicher Module hinzufügen, um mehr Energie aus dem System zu holen. Bei SolarEdge Home Wechselrichtern kann das bis zu 200% mehr sein.

Vielleicht denkst du jetzt: Warum sollte ich mehr Module installieren als der Wechselrichter „kann“? Ganz einfach – um mehr Energie zu ernten. Eine PV-Anlage produziert nur mittags wirklich am Maximum. Früher am Morgen und später am Nachmittag, wenn die Sonne tiefer steht, könnte das System mit mehr Modulen theoretisch mehr erzeugen. Durch Oversizing können Haushalte also über den Tag verteilt mehr Energie erzeugen.

Gerade bei unserem oft wechselhaften Wetter und weniger konstanten Einstrahlungsbedingungen kann Oversizing für viele Haushalte entscheidend sein, um das Maximum aus der Anlage herauszuholen.

Und genau hier kann DC-Kopplung einen großen Unterschied machen.

Du hast bis zu 200% mehr Module installiert. Zur Mittagszeit – und auch deutlich länger an den wenigen, aber willkommenen sonnigen Tagen, an denen das System am meisten produziert – kannst du mehr Energie erzeugen als die Wechselrichter-Nennleistung. Bei DC-Kopplung fließt diese Energie direkt in den Speicher und steht im Haushalt zur Verfügung, wenn sie gebraucht wird. Bei einem AC-gekoppelten System geht diese Energie verloren.

Graph on DC-Coupled Storage
Wie viel mehr Energie ist das? Wenn man alle Vorteile eines SolarEdge Systems zusammenrechnet (Power Optimizers, die Modulmismatch ausgleichen, plus die Vorteile, die wir hier beschrieben haben), kann ein Haushalt im Vergleich zu klassischen String-Systemen bzw. AC-gekoppelten Systemen gleicher Größe von 20 bis 50 Tagen zusätzlicher Energie profitieren. (Mehr Details dazu findest du hier). *


Zusätzlicher Vorteil der DC-Kopplung – keine Arbeiten am AC-Verteiler nötig!

DC-Kopplung ermöglicht einen unkomplizierten Anschluss des Speichers. Wenn du diese Speicherart wählst, ist keine zusätzliche Arbeit am AC-Verteiler (Stromverteilung) erforderlich.

Wenn ein Hausbesitzer also fragt: „Soll ich meine Batterien DC-koppeln?“, hast du handfeste Informationen und Vorteile, die du ihm nennen kannst.


Mit Batterie-Management lässt sich noch mehr sparen

Wenn das System all diese Energie bereitstellt, ist der nächste Schritt: sie clever nutzen, um Geld zu sparen. Zu wissen, wann Energie gespeichert werden sollte, wann der Speicher den Haushalt versorgen soll oder wann es sinnvoller ist, den Speicher zu schonen und stattdessen Strom aus dem Netz zu beziehen, kann sich deutlich auf die Stromrechnung auswirken. Gleichzeitig kann es aber sehr zeitaufwendig sein, das alles manuell zu überwachen. Und genau hier kommt SolarEdge Home ONE ins Spiel. Als persönlicher Energieassistent hilft SolarEdge ONE dabei, das Beste aus der Energie im Haushalt herauszuholen – abgestimmt auf individuelle Vorlieben. Es trifft Entscheidungen in Echtzeit, z. B. Energie im Speicher zu sichern, wenn Wetterereignisse prognostiziert sind, oder Energie zu einem passenden Zeitpunkt ins Netz zu verkaufen, wenn sich damit mehr verdienen lässt. Mit manuellen Steuerungsmöglichkeiten und Automatisierung hilft SolarEdge ONE dabei, die zusätzliche Energie durch DC-Kopplung optimal zu nutzen.​


Der Nutzen von Batteriespeichern

Batteriespeicher können eine sehr wertvolle Ergänzung für eine PV-Anlage im Eigenheim sein: Familien nutzen mehr eigenen grünen Strom und senken ihre Energiekosten. Gleichzeitig ermöglichen Programme lokaler Energieanbieter es manchen Speicherbesitzern, zur Netzstabilisierung beizutragen und finanzielle Vorteile zu erzielen – ohne den Energieverbrauch reduzieren zu müssen. Entscheidend ist, einen Speicher zu wählen, der Hausbesitzern hilft, die verfügbare Energie maximal auszuschöpfen.


Eine letzte Anmerkung für Installateure aus Großbritannien:

Die G100 Issue 2 Amendment 2 Regelungen bringen neue Anforderungen mit sich, die bei der Auswahl von PV-Komponenten für Kunden zu berücksichtigen sind. Während es früher bereits weniger optimal war, Komponenten verschiedener Hersteller in einem PV-System zu kombinieren, ist nun zusätzlich für jede Komponente eines anderen Herstellers ein G100-Steuergerät erforderlich – das macht die Integration noch komplexer. Wenn du also ein PV-System für deine Kunden auswählst, berücksichtige bitte die Vorteile, ein vollständiges System aus einer Hand (vom selben Hersteller) anzubieten.


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*Basierend auf einer Simulation von SolarEdge aus dem Jahr 2023